Harte Brocken können ganz schön weich sein, wie Reithallenböden mit Vlies- schnitzeln zeigen. Die meisten Bahn- planer kapitulieren beim Planen dieser weichen, modernen Vlies-Sand-Gemische vor der Staubgefahr.

Weil Vliesboden sehr dicht ist, häufen sich selbst bei schneller fahrt kleine Berge vor dem Planierschild, der Boden wird entweder nur oberflächlich oder aber zu tief gelockert. In Kurven bilden sich Stopler-Furchen und -Rillen; Der Boden bleibt uneben, seine Oberfläche ist zu weich, was besonders bei Springplätzen schlecht ist. Trotz der schwierigen Pflege sind schätzungsweise 70 Prozent der neugebauten Böden Vlies-Sand- Gemische. "Immer mehr Stallbesitzer steigen auf Vliesböden um", beobachtet Michael von Chamier, der für den renommierten Bahnplaner-Spezialisten Rampelmann & Spliethoff im nordrhein-westfälischen Beelen arbeitet.

Kaum war die Marktlücke erkannt, schon entwickelten die Konstrukteure eine spezielle Gitterwalze, die hinter einem Bahnplaner Vliesböden optimal planieren, aber auch auf reinen Sandböden ganze Arbeit leisten sollen.

Im CAVALLO-Test nahm die pulverbeschichtete Stahlwalze hinter einem Planer der Firma Rampelmann & Spliethoff einen schweren Vlies-Sand- Boden aufs Korn. Der Boden war gut gewässert, aber seit vier Tagen nicht geplant. Entsprechend war die Oberfläche, der Hufschlag sehr ausgetreten.

Die Tester spannten die Gitternetzwalze an den neuen Platz-Max-NL. Die Buchstaben "NL" stehen für Nachlaufeinrichtung. Sie ermöglicht dank eines Gelenks - im Gegensatz zur starren Befestigung (siehe CAVALLO 10/2001) - ein optimales Nachlaufen des Planers hinterm Zuggerät auch in Kurven. Dabei biegen sich Zugfahrzeug und Planer wie ein korrekt gerittenes Pferd, was die Gitternetzwalze optimal zur Geltung bringen soll.
  Die Montage der Walze an den Planer klappte mit zwei Handgriffen ohne Werkzeug. Das ist wichtig für diejenigen, die beispielsweise ihren Vliesboden in der Halle mit der Gitterwalze, ihren Sandboden auf dem Platz aber weiterhin mit der herkömmlichen Krümlerwalze planen wollen: Der Umbau dauert keine zehn Sekunden.

Auch der Rest funktioniert beim Platz-Max-NL fix. Dank ausgeklügelter Technik und leicht beweglicher Spindeln lassen sich die 20 Striegelzinken (beim 2,2 Meter breiten Testmodell) zentimetergenau justieren, das Planierschild wird gradgenau eingestellt.
Die optimal eingestellte Bearbeitungstiefe ist gerade beim Planieren von Vliesböden extrem wichtig. Dringen die Striegelzinken zu tief in den Boden, wird dieser zu stark aufgewühlt und zu viel Vlies aus der Tiefe nach oben geschleudert. Das macht auf Dauer den Boden kaputt. Für das genaue Justieren sollten Sie sich deshalb einige Augenblicke Zeit lassen.
Im Test - das Planieren der 20 x 40 Meter großen Halle dauerte nur knapp 10 Minuten - berührte die erste Reihe der Federzinken nur leicht den Boden, die Zinken der zweiten Reihe drangen knapp zwei Zentimeter in den Boden. Typisch für die Planer von Rampelmann & Spliethoff: Die flexiblen Federzinken vibrieren bei flotter Fahrt (im Test rund 7 km/h) so Schnell, daß der Boden nicht nur gelockert, sondern auch gut durchgemischt wird.
Rund 20 Zentimeter dahinter werkelte das Planierschild, das den aufgemischten Boden glattzog, Löcher auffüllte und größere Unebenheiten beseitigte.
Schließlich war die Gitternetzwalze am Zug, die für den letzten Schliff sorgte. Hinter Gittern sorgte die Förderschnecke mit ihren sechs Schaufeln dafür, daß der Boden optimal eben wurde.
Bild links:
Am Zug: Die sechs Schaufeln der Förderschnecke verwirbeln optimal.
Bild unten:
Auf Abstand: Platz-Max und Walze kommen der Bande nicht zu nahe.
Die Technik wirkt simpel, ist aber bestechend: Weil je drei Schaufeln nach rechts, drei Schaufeln nach links drehen, wird der Boden nicht seitlich aus der Walze befördert, sondern gleichmäßig aufgewirbelt. Wichtig ist dabei, daß die Walze immer unter Druck aufliegt. Ist sie zu hoch eingestellt, holpert sie über den Boden und kann nicht optimal arbeiten.

Nach Zehn Minuten war der Boden glatt; statt Dellen zierten ihn hübsche kleine Karos, welche die Gitterwalze hinterließ - der Beweis, daß der Boden mustergültig verwirbelt und optimal zerkleinert wurde.

Beim Griff in den Belag fühlte man, daß ein Boden nicht besser geplant werden könnte. Noch platter als sein Hallenboden war freilich der Chef des Teststalls, bislang felsenfest von seinem Planer Marke Eigenbau überzeugt: "Der beste Planer, den ich je gesehen habe."
  Die Gitternetzwalze gibt es zum Nachrüsten mit 34,5 Zentimetern Durchmesser und in vier Breiten: 1,35 Meter (950 Euro), 1,6 Meter (1150 Euro), 2,2 Meter (1500 Euro), 2,7 Meter (1900 Euro, jeweils plus Mehrwertsteuer). Individulle Anfertigungen sind möglich. Geliefert wird innerhalb von ein bis zwei Wochen ( Rampelmann & Spliethoff, Tel. 0 25 86 - 9 30 40).

Die Walzen passen an den Platz-Max von Rampelmann & Spliethoff (das getestete, 2,2 Meter breite Modell kostet komplett mit Walze 3500 Euro plus MwSt) und mit Beregnungsanlage (2,2 Meter breit, mit 500-Liter-Wasserfass und Gitternetzwalze 6400 Euro plus MwSt.; andere Modelle auf Anfrage).

So ausgerüstet, müssen Sie vor keinem hartem Brocken mehr kapitulieren.
 
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